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Wie wird behandelt?

„Star“ unter den Behandlungen im Ayurveda ist sicherlich „Shirodhara“ der königliche Stirnguss mit warmem Öl, der auf sanfte Weise die beiden Hirnhälften wieder verbindet und tief entspannend und harmonisierend auf das ganze vegetative Nervensystem wirkt. Gleichfalls typisch ayurvedisch sind die Synchronmassagen, ausgeführt von 2 liebevollen Therapeuten, die achtsam und sensibel Abyanga und andere Massagen ausführen.

 


ABHYANGA

synchron – vierhändig

Die Königsdisziplin im Original Ayurveda:

Synchronmassage mit vier Händen, die spezielle Marma-Punkte behandelt, um den Energiefluss in Gang zu bringen und zu kanalisieren.
Entspannt, entgiftet und verjüngt.

Enthält:
Kopfmassage (10 Min.),
Ganzkörpermassage synchron (30 Min.),
Gesichts- und Fußmassage (10 Min.)

50 Minuten € 129,-

Rezeptionsaufsteller Abhyanga


Die wundersame Wirkung der Shirodhara-Behandlung

Dr. Sajan Kumar Somarajan B. A. M. S.

Shirodhara, der sogenannte Stirnguss, ist eine der bekanntesten und beliebtesten Behandlungen im Ayurveda. Dabei liegt der Klient entspannt auf einer eigens für diesen Zweck geschnitzten Liege aus Holz, dem Dhroni; Ein kontinuierlicher Strahl einer medizinierten Flüssigkeit, wie z. B. Öl, fließt in langsamen, rhythmisch hin und her schwingenden Bewegungen auf seine Stirn herab und verteilt sich über seinem gesamten Kopf. Während dieser Behandlung verspüren die jeweiligen Personen eine tiefe Entspannung und eine Art meditative Ruhe, was bei vielen psychischen und psychosomatischen Krankheiten oft zu wunderbaren Therapieergebnissen führt. Das Wirkungsprinzip der Shirodhara-Behandlung geht über die herkömmliche Logik hinaus. Dieser Artikel versucht die Bedeutung des Shirodhara aus einer philosophischen Dimension und Sichtweise heraus zu erklären. Die grundlegenden Prinzipien des Ayurveda basieren auf dem festen Fundament indischer Philosophie. Um die tiefere Bedeutung und die Logik, die sich hinter der ayurvedischen Lehre verbirgt, zu verstehen, müssen wir daher unseren Blick auf diesen philosophischen Hintergrund erweitern.

Die 5 Großen Elemente, die 3 Gunas und die 3 Doshas

Unter den fünf Hauptelementen, Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther, aus denen alles geschaffen ist, sind Erde und Wasser, diejenigen Elemente, welche am stärksten der Schwerkraft unterliegen, während Feuer und Luft eine entgegengesetzte Ausrichtung besitzen. Feuer und Luft stehen im Zusammenhang mit dem Freiwerden und dem Verbrauch von Energie und für die Dynamik, welche dabei entfesselt wird. Erde und Wasser hingegen zeichnen sich durch ihre kühlenden und besänftigenden Eigenschaften aus, indem sie für einen Zusammenhalt der Teilchen und die Bewahrung von Energie stehen. Diese verschiedenen Zustandsformen der Elemente können anhand des Wasserkreislaufs in eine anschauliche Darstellung gebracht werden. Das Feuer hat die Kraft, das Wasser zu erhitzen und es in Dampf zu verwandeln, welcher dem Element Luft zugehörig ist und nach oben steigt. Durch Abkühlung in den Wolken werden die Wasserteilchen aneinander gebunden und fallen als Regen wieder auf die Erde. Alles Wasser sammelt sich letztendlich in den Ozeanen oder verdichtet sich weiter zu Eisbergen oder Gletschern. So vollzieht sich eine Umwandlung vom Feineren zum Gröberen, vom Gasförmigen zum Festen, vom Mikro- zum Makrozustand. Alle diese verschiedenen Zustandsformen wirken ständig ineinander und halten ein Gleichgewicht untereinander aufrecht. Wie wir wissen, ist dieses Gleichgewicht entscheidend dafür, dass Leben auf der Erde stattfinden kann. In gleicher Weise versteht die Lehre des Ayurveda das Gleichgewicht der Doshas, sowie alle zyklischen Umwandlungen in der inneren und äußeren Natur.

In diesem zyklischen Wandel stehen die Elemente Feuer und Luft für die nach oben gerichtete Seite, die mit Abbau und Zerstörung oder Auflösung einhergeht, während die Elemente Wasser und Erde die ausgleichende und aufbauende Seite darstellen. Feuer entzündet die katabolische Umwandlung, also den Abbau, und Wasser unterstützt die kühlende, besänftigende, regenerative, reproduktive, bewahrende, Wachstum und Stärke fördernde sowie heilende Seite des Lebens. Während Erde und Wasser die Teilchen zusammenfügen, ist es das Feuer, welches sie wieder voneinander trennt. In Bezug auf das Gleichgewicht der Elemente untereinander kann gesagt werden, dass in allen Dingen, die geschaffen sind und eine materielle Existenz besitzen, zu Beginn die schöpferische und aufbauende Kraft überwiegt und Wachstum und Kraft spendet. Dann aber weicht diese zurück, so dass die abbauende, destruktive Seite nach und nach die Oberhand gewinnt. So steht Wasser für Leben und Wiedergeburt und Feuer für Zerstörung und Tod in materieller Hinsicht. Aus spiritueller Sicht schenkt Feuer der Seele die letztendliche Erlösung und Freiheit von den materiellen Bindungen.

Die indischen Philosophiesysteme sprechen von drei grundlegenden Seinsprinzipien, den Gunas, von Sathwam, Rajas und Thamas, durch die alle Dinge geschaffen und aufrechterhalten werden. Auf der makrokosmischen Ebene finden sie ihre Entsprechung in Bewusstsein, Energie und Materie. Auf der mikrokosmischen Ebene offenbaren sie sich als die drei Doshas, Vatha, Pitha und Kapha. Wenn sich diese Doshas in einem Zustand des Gleichgewichts befinden, dann ist eine Harmonie gewährleistet. Wenn ein oder zwei Doshas aus dem Gleichgewicht geraten, dann geht das Wohlbefinden verloren und Krankheiten sind die Folge. Eine zu einseitige intellektuelle Tätigkeit, Stress, Erschöpfung der Sinnesorgane aufgrund von Überanstrengung, beispielsweise durch zu viel Fernsehen und allgemein durch Bildschirmarbeit oder zu viel Lesen, zu lautes oder langes Hören von Musik, führen dazu, dass das Dosha, Vatha, welches mit dem Bewusstsein und Nervensystem in Verbindung steht, überhand nimmt. Auch schwere physische Arbeit, mangelnder Tagesrhythmus, zu viel Reisen u.s.w. lassen ebenfalls das Vatha ansteigen. Ein solcher Überschuss von Vatha erzeugt Trockenheit der Haut und der Gelenke, Verstopfung, Schlaflosigkeit, Appetitverlust oder unregelmäßigen Appetit, Konzentrationsschwäche, Gewichtsabnahme, allgemeine Schwäche, ein verstärktes Wärmebedürfnis u.s.w..

Für die Entstehung und Aufrechterhaltung des Lebens ist es notwendig, dass die Doshas insgesamt in ein dynamisches Gleichgewicht kommen. Die drei Gunas haben ihren Ursprung in Brahmam, in dem ein absolutes Gleichgewicht vorherrscht. Sie erschaffen alles und da ein absolutes und perfektes Gleichgewicht dieser Gunas zu einem Stillstand und damit einer völligen Auflösung aller Dinge führen würde, muss gleichzeitig immer auch ein gewisser Grad des Ungleichgewichts bestehen bleiben. Dieses Ungleichgewicht ist es, welches den Dingen ihre Identität und ihren individuellen Charakter verleiht, der als Prakruti bezeichnet wird. So ist einerseits ein Gleichgewicht der Gunas notwendig, damit die Welt und das Leben bestehen können und andererseits auch ein gewisser Grad von Ungleichgewicht, damit es nicht zu einer Auflösung kommt. Somit kann Leben als eine Art Gleichgewicht bezeichnet werden, welches immer dynamisch bleibt und sich in einem mittleren Bereich zwischen perfekter Ausgeglichenheit und totalem Chaos bewegt. Daher besitzt alles Geschaffene den natürlichen Drang ein Gleichgewicht in sich aufrechtzuerhalten und damit sich selbst zu erhalten. Ebenso trägt alles Geschaffene in sich auch eine Tendenz zu Auflösung und Zerfall, die dem ausgleichenden Prinzip entgegenwirkt, weshalb es immer notwendig ist, diese ausgleichenden und erhaltenden Kräfte in ihrer Aktivität und Wirkungskraft durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen und zu fördern.

Die Mahagunas sind die grundlegendsten Prinzipien durch die sowohl Bewusstsein als auch Energie und Materie erschaffen werden. Wenn wir das Bewusstsein als den Herrn und Meister betrachten und den Kosmos als die äußere Welt, welche durch dieses erschaffen ist, vergleichbar mit einem Baum, der aus einem Samenkorn entsteht, so ist alles innerhalb dieses materiellen Universums aus den Fünf Großen Elementen, den Mahagunas, geschaffen. Damit sich Leben manifestieren kann, muss ein hoher Grad des Gleichgewichtes dieser Gunas gegeben sein. Um es im Verständnis der modernen Wissenschaft auszudrücken, so müssen optimale Bedingungen vorherrschen, damit Leben auf der Erde möglich ist. Die Gravitationskraft, die dem Element Erde (Bhumi) entspricht, das Wasser in flüssiger Form (Jalam), die Temperatur, die mit dem Feuer (Agni) in Verbindung steht, die Luft (Vayu) in der Erdatmosphäre, müssen im richtigen Maß und Verhältnis gegeben sein, damit Leben entstehen und bestehen kann. In den frühen Phasen der Entwicklung unseres Planeten Erde hat, wie es heißt, eine Abkühlung stattgefunden, die mit einem einsetzenden Regen einherging und entscheidend dafür war, dass das organische Leben seinen Anfang nehmen konnte. Durch diesen Regen, der auf die sehr heiße Erdoberfläche fiel und sofort verdampfte, wurde der Wasserkreislauf in Gang gesetzt, der maßgeblich zur Abkühlung der Erde beitrug. Aus der Sicht der ayurvedischen Philosophie betrachtet, hat das Wasser alle Elemente zusammengeführt und ein dynamisches Zusammenwirken zwischen ihnen herbeigeführt.

In der hinduistischen Mythologie gibt es eine aufschlussreiche Analogie über diese „Ankunft“ des Wassers auf der Erde. Diese erzählt von dem König Sagara und dessen Söhnen und von der Herabkunft des himmlischen Flusses Ganga auf die Erde: Die Söhne des Königs Sagara verbrennen aufgrund eines Fluches zu Asche. Bhageeratha, der Enkel von Sagara, unterzieht sich darauf hin einer Buße, um die Götter zu erfreuen und sie dazu zu bewegen, seine Ahnen wieder ins Leben zurück zu bringen. Nach einer sehr langen Zeit der Buße, führen seine Bemühungen zum Erfolg und es gelingt schließlich, den kosmischen Fluss Ganga, auf die Erde herabzubringen. Als die Wasser der Ganga die Asche seiner Ahnen berühren, werden sie vom Tode erlöst und der Kreislauf der Wiedergeburt, in dem die Seelen nach ihrer Vervollkommnung und letztendlichen Befreiung streben, beginnt aufs Neue. Gemäß der Hindu-Mythologie ist der himmlische Fluss Ganga, der große Fluss kosmischer Energie. Der irdische Fluss, Ganges, wird von den Hindus als ein Ausläufer dieses kosmischen Flusses gesehen, mit dem er in einer immerwährenden Verbindung steht. Durch diese Verbindung konnte die Erde erst fruchtbar werden. An den Ufern von Flüssen konnten Zivilisationen zu allen Zeiten zu Wachstum und Wohlstand gelangen. Dieser Fluss setzt sich weiter fort und durchdringt alles in seiner Umgebung. Er fließt durch jedes Lebewesen hindurch und gelangt über den Blutkreislauf in jeden Winkel und in jede Zelle. Dies ist der kühlende und besänftigende Fluss, der alles erhaltende, regenerierende, heilende, stärkende und ätherisch belebende Strom kosmischer Energie, der zur Ordnung, Wachstum und Fruchtbarkeit führt. Die Shirodhara-Behandlung entspricht in ihrem Ablauf und ihrer Wirkungsweise dem Prinzip dieses kosmischen Flusses Ganga.

Die Mythologie erzählt, dass die Erde nicht in der Lage gewesen wäre der Erschütterung durch den Aufprall, der beim Herabfallen der Ganga vom Himmel entstanden wäre, standzuhalten. So musste Bhageeratha Gott Shiva bitten, den Fluss auf seinem Haupt aufzufangen. In Shiva-Tempeln wird daher noch heute ein sehr bedeutungsvolles Opferritual, Abhishekam, vollzogen, bei dem Wasser, Milch, Ghee oder andere Flüssigkeiten auf die Gottesstatue gegossen werden. Es besteht die Vorstellung, dass sich das Haupt von Shiva, der repräsentativ für den Universellen Vater oder das männliche Prinzip steht, ständig erhitzt und daher zum Schutze und zum Erhalt des Lebens der Kühlung bedarf. Die Hitze und das Feuer, das von Shiva ausgeht, würde sonst alles zu Asche verbrennen. Das in den Tempeln rituell praktizierte kontinuierliche Übergießen der Shiva-Statue mit kühlenden und besänftigenden Flüssigkeiten steht symbolisch für die Kühlung seines Hauptes. Diese beiden Pole, sind in allen Lebewesen angelegt und befinden sich in einer ständigen Interaktion. Das männliche Prinzip konzentriert sich mehr im oberen Pol, dem Kopf, wo das Nervensystem und die Sinnesorgane mit der Wahrnehmung und dem Bewusstsein lokalisiert sind. Bei einer Überaktivität des Gehirns und der Sinnesorgane, wie es beispielsweise heute in einem einseitigen intellektuellen Denken und einem Übermaß von Sinnesreizen der Fall ist, beschleunigt sich der erhitzende und abbauende Prozess. Gerade hier kann die Shirodhara-Behandlung ihre heilsame Wirkung entfalten, ähnlich wie das Abhishekam-Ritual auf Shiva’s Haupt. Die Dominanz der maskulinen Kraft in der heutigen Zeit erklärt auch die Notwendigkeit und große Beliebtheit von Shirodhara gerade im Westen.

Das Prinzip von Shirodhara

Wenn wir nun wieder vom Bild des Wasserkreislaufs ausgehen, so endet der Fluss des Wassers am tiefsten Punkt der Erdoberfläche. Anders ausgedrückt kommt das sich in Rastlosigkeit und freier Bewegung befindliche Element Luft im Fluss des Wassers zur Ruhe und der Fluss des Wassers kommt irgendwann zu einem Stillstand und dieser Stillstand besitzt sein letztendliches Zentrum im gravitationalen Mittelpunkt der Erde. Das Gravitationszentrum ist der Südpol oder das äußerste Ende der Fünf Großen Elemente, das Herz des Erd-Elementes. Das Aufsteigen des Wassers als Dampf oder Dunst endet theoretisch ebenfalls an einer bestimmten Grenze in der Atmosphäre, welche gleichzeitig den äußersten Grad der Leichtigkeit darstellt, den Wasser erreichen kann. Wenn wir diese beiden Grenzpunkte markieren, so erhalten wir eine vertikale Achse. Innerhalb dieser vertikalen Achse befinden sich die beiden Pole oder extremen Gegensätze, von Statik und Dynamik, Schwere und Leichtigkeit, Einheit und Vielfalt, Nullpunkt und Unendlichkeit, Erde und Himmel, in einer direkten Interaktion, so dass beispielsweise die Schwere ihren unmittelbaren Ausgleich durch die Leichtigkeit findet. Diese obere Extremität kann mit dem Begriff der Antischwerkraft benannt werden. Aufgrund dieser Antischwerkraft, kann sich alles aufrecht Stehende leicht in Balance mit der Schwerkraft bringen. Beim aufrecht stehenden Menschen steht das unterste Energiezentrum, das Mooladhara-Chakra, welches den Sitz der Kundalini-Kraft bildet, für den Südpol und damit für das Zentrum der Schwerkraft. Der oberste Punkt oder die Mitte des Scheitels, wo sich das Brahma Randhram, das „Loch Brahmams“ befindet, repräsentiert den Nordpol, der mit der unendlichen und makrokosmischen Seite von Brahmam in Verbindung steht. Die Kundalini-Kraft und das Zentrum der Schwerkraft der Erde stehen dagegen für die singulare und mikrokosmische Seite von Brahmam.

Durch diese vertikale Achse ist die Erde mit dem Kosmos und mit dem femininen, nach unten fließenden Strom kosmischer Energie verbunden. Es ist der kosmische Fluss Ganga, der über diese Achse seinen Zustrom zur Erde besitzt. Gleichzeitig steht diese vertikale Achse für das Shiva-Prinzip und in der Mythologie ist es Shiva, der Ganga auf seinem Haupt empfängt und so ihren Aufprall auf die Erde herabmildert. Im Gegenzug erfährt Shivas Haupt durch diesen Strom eine Kühlung und Besänftigung. Das maskuline, destruktive und abbauende Prinzip – was hier nicht in einem bewertenden Sinne zu verstehen ist – erfährt einen Ausgleich oder eine Umkehrung durch das feminine, aufbauende und heilende Prinzip, welches in Übertragung auf den Menschen das rastlose Denken und überreizte Nervensystem zur Ruhe zu bringen vermag. Indem es die Verbindung zum Erdmittelpunkt und Zentrum der Schwerkraft wiederherstellt, ist es in der Lage, dem Menschen die verloren gegangene Kontrolle über seine Bewusstseinswerkzeuge zurückzugeben. Dies ist im Vergleich so, als wenn man die Schnur eines in der Luft schwebenden Drachen wieder zu fassen bekommt, welche der Hand entglitten war. Durch diesen nach unten gerichteten Fluss werden Körper, Seele und Geist in einer Linie oder Achse angeordnet, sodass sie sowohl zu dem Gravitationsmittelpunkt, als auch zu dem kosmischen Fluss dieses allheilenden Elexiers in einer Verbindung stehen. Dieser Fluss, der am äußersten Grenzpunkt der Dynamik entspringt und in dem untersten Pol der Statik einmündet, besitzt ohne Zweifel etwas Meditatives. Er eröffnet den Weg von oben nach unten, der Richtung, in der sich auch die Meditation entfaltet. Die meditative Ruhe ist ein Ergebnis von Shirodhara, die gleichzeitig auch die wundersame Wirkung dieser Behandlung erklärt.

In der praktischen Durchführung wird der Strahl der Flüssigkeit ebenfalls vertikal von oben nach unten angesetzt, wodurch das Bewusstsein mit der oben erwähnten vertikalen Achse ausgerichtet wird. Der Fluss soll sanft und kontinuierlich ohne Unterbrechung fließen, so dass die Verbindung mit dieser Achse aufrechterhalten wird. Wenn der Klient während der Behandlung einschläft, so deutet dies auf eine Fokussierung zum unteren gravitationalen Pol hin. Ebenso ist es aber auch möglich, das Bewusstsein über diese Achse auf höhere Ebenen zu erheben. Es mag auch sein, dass Erinnerungen aus der Tiefe hochsteigen und anschaubar werden können. Stress und seelische Verletzungen, die verdrängt wurden, können wieder an die Oberfläche kommen und sich auflösen oder sozusagen ausfließen. Seelische Verkrampfungen oder Verhärtungen können losgelassen werden, was sich in Gefühlen tiefer Reue ausdrücken kann und von den jeweiligen Personen als sehr positiv und befreiend empfunden wird.

Die Shirodhara-Behandlung ist gewissermaßen ein Abbild des Regens in der Natur. So wie die harte, dürre Erde im Sommer den Regen in sich aufsaugt und fruchtbar wird, so erhalten die erschöpften und ausgezehrten Nerven und Sinne einen kräftigenden Zustrom durch die Shirodhara-Behandlung. Ayurveda vergleicht den Menschen auch mit einem umgekehrten Baum. Der Kopf mit dem Gehirn und den Sinnesorgangen gilt als die Wurzel dieses Baumes und als die Wurzel des Nervensystems. Somit ist Shirodhara auch vergleichbar mit dem Wässern eines Baumes.

©Dr. Sajan Kumar Somarajan
Übersetzung aus dem Englischen: Christine Hein